Bericht zum Fest

30 Jahre Töndler: Vom Kinogottesdienst zum Begegnungszentrum

 Die Pfarrei Suhr-Gränichen beging am 20. August den 30. Geburtstag des Zentrums Töndler in Gränichen. Nach dem feierlichen Gottesdienst trafen sich Gross und Klein, Jung und Alt zum gemeinsamen Pfarreifest.

An die 200 Personen durfte Gemeindeleiterin Rita Wismann zum Jubiläumsgottesdienst im Begegnungszentrum Töndler begrüssen. Das diesjährige Motto der Pfarrei Suhr-Gränichen «vielfältig eins», passe wunderbar zum Wesen des Töndler, so Rita Wismann, ermögliche das Begegnungszentrum doch vielfältigste Aktivitäten verschiedener Gäste (wie Gottesdienste, Religionsunterricht, Treffpunkt des Frauenbundes oder Sprachkurse für Flüchtlinge). Der Apostel Paulus vergleicht die Kirche in einem Brief an die Gläubigen in Korinth mit einem Leib mit vielen Gliedern. «Dies gilt heute ebenso wie vor 30 Jahren», meinte Wismann in ihrer Festpredigt. «Organisationen kommen und gehen, aber die Kirche bleibt.» Und gerade beim Töndler zeige sich, wie die verschiedenen Glieder der Kirche mit ihren unterschiedlichen Begabungen zum Leben und blühen der Gemeinde beitragen würden.

Ein langer Anlauf
Rita Walker, Präsidentin der Kreiskirchenpflege, erinnerte Gäste und Gläubige in ihrer Festansprache an die Anfänge des Töndler. «Damals galt der Grundsatz, dass eine Gemeinde mit 1100 Katholiken Anspruch auf eine eigene Kirche hatte», erläuterte sie. Schon 1968 hatte die Kreiskirchenpflege unter der Ägide von Lothar Gehrig in Gränichen vorausschauend Land für einen späteren Kirchenbau erworben. «Doch der Bau des Töndler mit seiner familiären Atmosphäre wurde immer wieder zugunsten anderer Bauprojekte in der Umgebung zurückgestellt» so Rita Walker, die selber in Gränichen wohnt. Deshalb trafen sich die Gränicher Katholikinnen und Katholiken ab 1973 an einem eher ungewöhnlichen Ort zum Gottesdienst: im damaligen Kino im Gränicher Unterdorf. «Später genossen wir in der reformierten Kirche Gastrecht», erinnert sich Hans Hotz, damals Präsident der Kreiskirchenpflege Aarau und ebenfalls in Gränichen wohnhaft.

Grosses Engagement
Die Gränicher Katholiken – unter ihnen seit jeher viele Italienerinnen und Italiener – setzten sich mit grossem Engagement dafür ein, dass die Kreiskirchenpflege in den 1980er Jahren auch den Katholiken in ihrem Dorf endlich doch eine Heimat schuf. Die Planungen begannen 1983, die eigentliche Bauzeit vom Spatenstich bis zur Einweihung dauerte 18 Monate. Am 16. August 1987 segnete Kantonaldekan Anton Helbling das Zentrum Töndler ein. Als Vorbild diente die als Begegnungszentrum konzipierte katholische Kirche in Schöftland. Sie ermöglicht kirchliche und weltliche Begegnungen nicht nur, sondern fordert diese ausdrücklich.

Bange Momente trotz Fronarbeit
In vielen Stunden Fronarbeit und mit Spenden unterstützten die Gränicher den Baufortschritt tatkräftig. «Die Pflasterung des Platzes und die Bauschlussreinigung machten wir selber», erinnert sich Ruth Volken, Sakristanin im Töndler. Spenden ermöglichten zudem den Erwerb des Glasfensters im Sakralraum, das der Rohrer Künstler Franz Walter entwarf.

Rita Walker wies auch auf dunkle Wolken hin, die sich vor zehn Jahren über dem Töndler zusammenbrauten. In den Planungen zum Neubau des Pfarreizentrums in Suhr war ein Verkauf des Töndler vorgesehen. Nur dank des grossen Engagements der Gränicher konnte dies verhindert werden. So bleibt der Töndler auch in seinem 31. Lebensjahr ein zentraler Begegnungsort. «Damit trägt er wesentlich dazu bei, dass der Leitspruch von Gränichen „Ein Dorf zum Daheimsein“ mit Leben gefüllt wird», meinte Rolf Brunner als Vertreter der Gränicher Chrischona-Gemeinde in seinem Grusswort.

Frohes Beisammensein bei Speis, Trank und lüpfiger Musik
Am Pfarreimotto «vielfältig eins» orientierte sich auch das kulinarische Angebot am Pfarreifest, zu dem Antonio Mazzei, Präsident der Ortskirchenpflege, Gläubige und Gäste nach dem Gottesdienst einlud: Gross und Klein erfreuten sich an eritreischen, indischen, italienischen und Schweizer Köstlichkeiten. Musikalisch wurde das Fest umrahmt vom Gränicher Ländlertrio Wynegruess. Zum Abschluss wartete ein vielfältiges Dessertbuffet auf die Festgemeinde.

Ländlertrio Wynegruess  Rita Wismann  Rita Wismann bei der Predigt 

Weitere Bilder: Facebook - Pastoralraum Region Aarau - Fotoalbum "30 Jahre Töndler Gränichen"

Den Bericht im Wynentaler Blatt finden Sie hier

Den Bericht der Aarauer Nachrichten finden Sie hier

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