Weltgebetstag 2025 – Cook-Inseln

Für Festzeiten stellen Frauen der Cook-Inseln farbenfrohe Blumenkränze aus frischen Blüten her.
Haben Sie gewusst, dass die gesamte Landfläche der Erde im Pazifischen Ozean Platz hätte? Und mitten in diesem riesigen Ozean, ganz klein auf der Landkarte, liegt das Weltgebetstags-Land 2025: Die Cook-Inseln, benannt nach dem britischen Seefahrer James Cook, der im 18. Jahrhundert einige dieser Inseln entdeckte. Insgesamt sind es 15 Inseln mit einer Landfläche von nur 237 Quadratkilometern. 13000 bis 15000 Einwohnerinnen und Einwohner leben auf den Cook-Inseln, etwa 10000 auf der Hauptinsel Rarotonga, die Hälfte davon in der Hauptstadt Avarua, die übrigen auf den weiteren bewohnten Inseln. Auf der Insel Palmerston leben nur gerade 25 Personen, drei der Inseln sind unbewohnt. Würde man diejenigen «Cookianerinnen» und «Cookianer» mitzählen, die im Ausland leben – vorwiegend in Neuseeland und Australien – käme man allerdings auf über 100000 Einwohnerinnen und Einwohner. Wegen der mangelnden Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten ziehen sie weg, kommen dann aber im Pensionsalter zurück. So leben auf den Cookinseln vor allem Kinder mit ihren Grosseltern.
Zählt man die Fläche des Ozeans mit – sie gehört zu den Ausmassen des Landes dazu – sind die Cook-Inseln trotz allem ziemlich gross, nämlich ungefähr fünfmal so gross wie die Bundesrepublik Deutschland. So ist eine Flugstunde von einer Insel zur anderen eine entsprechend kurze Reise. Eine längere Reise zwischen zwei Cook-Inseln beträgt ungefähr vier Flugstunden – dies sind Dimensionen, die wir uns in der Schweiz fast nicht vorstellen können. Früher wurde alles per Schiff gemacht; die Bewohnerinnen und Bewohner der Cook-Inseln waren daher gute Seeleute.
Die Inseln standen und stehen trotz der Distanzen immer in Verbindung untereinander. Überhaupt wissen auf den Cook-Inseln so ziemlich alle Leute alles voneinander. Auch ist es für alle normal, dass es in den Häusern keine Türen gibt, nicht einmal zu den Toiletten, Bade- und Schlafzimmern.
Das Neuste wird stets in den Gottesdiensten ausgetauscht. Diese dauern mehrere Stunden, während der ein ständige Kommen und Gehen und sich Begrüssen stattfindet. Wer nebenher mitbekommen will, was gepredigt wird, setzt sich mit Vorteil nach vorne. Gesellschaftlich wichtig sind auch die gemeinsamen Mahlzeiten im Anschluss an die Gottesdienste. Um ihnen fernzubleiben, braucht es gute Gründe.
Das Christentum, dem heute die meisten Einwohnerinnen und Einwohner in verschiedenen Kirchen angehören, hat sich problemlos in die angestammte Religion eingefügt. Auch die Ahnen haben eine wichtige und tragende Funktion. Damit sie über den Tod hinaus präsent bleiben, werden sie auf dem eigenen Grundstück bestattet. Auf einzelnen Inseln hat es Berge, ursprüngliche Vulkane. Sie sind der Wohnsitz von Göttern und werden darum nicht bestiegen.
Landschaftlich gesehen sind die Cook-Inseln ein grünes, noch weitgehend unberührtes Paradies mitten im Ozean. Leider ist dieses aber in Gefahr. Der Meeresgrund birgt viele Rohstoffe wie Kobalt, Nickel, Mangan, Kupfer und seltene Erden. Bereits bestehen Pläne, diese im grossen Stil abzubauen. Die Folgen für das ökologische Gleichgewicht im Pazifischen Ozean wären unabsehbar und könnten verheerend sein.
Das diesjährige Weltgebetstags-Land ist lebendig und bunt. So dürfen wir uns auf Gottesdienste freuen, welche die Buntheit und die Naturverbundenheit der Menschen auf den Cook-Inseln widerspiegelt. Der Weltgebetstag wird am ersten Freitag im März rund um die Welt mit den Worten und der Musik der Frauen von den Cook-Inseln gefeiert.
17. Februar 2025 | Katharina Zellweger, ökumenisches Weltgebetstags-Team Suhr-Gränichen, Ref. Pfarrerin in Gränichen